Packed Rich

Packed Rich

Besetzung:

Packed Rich - MPC 1000, Rhodes


"Packed Rich ist mit seinen 19 Jahren zu jung, um die Zeit miterlebt zu haben, in der Pete Rock und DJ Premier mit ihren Produktionen omnipräsent waren. Er versucht, keinen Sound nachzuahmen, nur ein Gefühl zu replizieren. Ein Gefühl, das im Nacken sitzt und explosive Kopfbewegungen verursacht. Mit der MPC1000 versucht er, organische, menschliche Grooves zu vermitteln durch absichtliche Unvollkommenheiten. Getragen von den humpelnden Percussions treffen liebliche, subtil verstimmte Klavierepisoden auf saftige Basslines, gebrochene Rhodes-akkorde auf psychedelische Samples, bei denen der heute inflationär benutzte Begriff Lo-Fi noch wörtlich gemeint ist." (Hubert Spangler für SZ, gekürzt und bearbeitet)


Alexis Boettcher, oder Packed Rich (Foto: Claus-Peter Malek), wie er sich in seiner Rolle als Beatproduzent nennt, ist mit seinen 19 Jahren zu jung, um die Zeit miterlebt zu haben, in der Pete Rock und DJ Premier mit ihren Produktionen omnipräsent waren. Er versucht, keinen Sound nachzuahmen, nur ein Gefühl zu replizieren. Ein Gefühl, das im Nacken sitzt und explosive Kopfbewegungen verursacht. Mit seinen Werken hat er kürzlich in München das zweite Beat-Battle in Folge gewonnen. Es geht ihm um organische, menschliche Grooves und das Unperfekte. Deswegen macht Alexis seine Beats auch nicht mit Maus und Tastatur, sondern verwendet die Gerätschaft, mit der seine Idole schon in den Neunzigerjahren gearbeitet haben. Er nimmt damit alte Jazzplatten auf, zerschnippelt sie teils bis zur Unkenntlichkeit. Bei seinen Drums und Percussions ist er frei von einem zeitlichen Raster, wie man es am Computer hat. So passieren kleine glückliche Fehler. „Ein Drummer trifft auch nicht exakt den Beat“, sagt er.

Im Alter von fünf Jahren hat Alexis angefangen, Klavier zu spielen. Später gibt er im Keller seiner Großeltern improvisierte Privatkonzerte. Die Klavierspuren und Basslinien, mit denen er seine Beats aufwertet, klingen virtuos bis akademisch. Zwei bis vier Stunden kostet es ihn, bis eine Idee steht. Trotzdem überwiegt bei seinen Einlagen immer ein verspieltes, fast schon naiv losgelöstes Gefühl. So im Track „Cherry Blossoms“: Getragen von den humpelnden Percussions treffen liebliche, subtil verstimmte Klavierepisoden in einem Frage-Antwort-Spiel auf eine saftige Basslinie, die isoliert nahezu böse klingen würde.